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WordPress mit ChatGPT: Wo der KI-Workflow noch hakt

Kurz gesagt: Die einzelnen Bausteine funktionieren bereits, aber ihr Zusammenspiel ist noch nicht verlässlich. Berechtigungen, Werkzeugwechsel, Zwischenablagen und menschliche Entscheidungen erzeugen neue Reibung. Aus dem Experiment wird erst dann ein belastbarer Arbeitsprozess, wenn jede Automatisierung klar begrenzt, prüfbar und sauber protokolliert ist.

Stand dieser Feldnotiz: Der konkrete Werkzeugzustand verändert sich weiter. Einzelne Einschränkungen können inzwischen gelöst oder anders umgesetzt sein. Dauerhaft relevant sind deshalb weniger die damaligen Produktgrenzen als die Muster dahinter: Berechtigungen, Übergaben, Protokollierung, Review und die Frage, welche Aufgabe ein Agent überhaupt zuverlässig übernehmen soll.

Für die grundsätzliche Funktionsweise beginnt der Themencluster bei „Kann man WordPress mit ChatGPT pflegen?“. Die technische Übersetzung von WordPress-Funktionen in begrenzte KI-Werkzeuge beschreibe ich separat in „Von der REST-Route zur MCP-Action“.

Diese Website entsteht gerade als oeffentliches Labor. ChatGPT hilft beim Denken, Schreiben und Strukturieren. Codex baut technische Teile. GitHub wird als internes Projektgedaechtnis genutzt. WordPress ist die oeffentliche Flaeche.

Das klingt nach einem klaren System. In der Praxis ist es aber noch holprig. Genau deshalb ist der Versuch interessant: Es geht nicht darum, so zu tun, als waere alles automatisiert. Es geht darum zu zeigen, wo die Arbeit wirklich leichter wird und wo neue Reibung entsteht.

Problem 1: Nicht alle Werkzeuge sind gleichzeitig verfuegbar

Ein konkretes Problem: In einem Chat ist GitHub nutzbar, aber der WordPress-MCP ist blockiert. In einem anderen Kontext kann WordPress funktionieren, aber GitHub nicht. Manchmal ist ein Werkzeug sichtbar, aber beim Ausfuehren kommt trotzdem ein Fehler.

Das bedeutet: Die Arbeit muss zwischengespeichert werden. Ein Blogartikel kann nicht immer sofort in WordPress veroeffentlicht werden. Also wird er zuerst im Repo als Draft vorbereitet und spaeter nach WordPress uebertragen.

Problem 2: Sichtbar ist nicht gleich ausfuehrbar

Ein MCP oder Connector kann in der Oberflaeche auftauchen, aber trotzdem nicht verwendbar sein. Genau das ist bei uns passiert. Der WordPress-MCP war sichtbar, aber der Aufruf wurde blockiert.

Das ist wichtig, weil man sonst denkt: Das Tool ist doch da, warum klappt es nicht? Die Antwort ist: Sichtbarkeit und Berechtigung sind zwei verschiedene Ebenen.

Problem 3: GitHub nimmt nicht jeden Inhalt sofort an

Auch GitHub funktioniert nicht immer glatt. Manche Datei- oder Issue-Inhalte wurden von Sicherheitschecks blockiert, obwohl sie inhaltlich harmlos gemeint waren. Kuerzere, einfachere Bodies funktionieren eher.

Das zwingt zu einer pragmatischen Arbeitsweise: erst kleine Dateien oder Platzhalter anlegen, dann Schritt fuer Schritt erweitern.

Problem 4: WordPress ist mehr als Beitraege schreiben

Aktuell koennen wir Inhalte gut vorbereiten. Aber eine Website besteht nicht nur aus Text. Navigation, Templates, Design, Medien, Datenschutz, SEO-Felder und interne Links sind eigene Baustellen.

Ein Artikel kann fertig sein, aber die Website ist damit noch nicht fertig. Er muss verlinkt werden, in die Struktur passen und spaeter mit Metadaten versehen werden.

Problem 5: SEO ist jetzt angebunden, aber noch nicht Alltag

Das eigene Plugin fuer SEO- und Website-Kontext ist ein wichtiger Schritt. Es legt Felder fuer Titel, Beschreibung, OpenGraph, Robots, Schema und Website-Kontext an.

Die fehlende Bruecke war: Diese REST-Endpunkte mussten auch als sichere MCP-Actions sichtbar werden. Genau dieser Schritt ist inzwischen gebaut. ChatGPT kann die SEO- und Kontextfelder nun gezielt lesen und schreiben.

Trotzdem ist das noch kein fertiger SEO-Autopilot. Der naechste Test ist praktischer: Werden Titel, Beschreibungen, interne Links und Kontextdaten wirklich regelmaessig gepflegt, ohne dass daraus ein undurchschaubarer Automatismus wird?

Problem 6: Das Projekt braucht zwei Protokolle

Nicht alles gehoert auf die Website. Manche Dinge sind oeffentlich interessant: Learnings, Logbuch, Feldnotizen. Andere Dinge gehoeren intern ins Repo: technische Details, offene Aufgaben, Chat-Kontext, strategische Entscheidungen.

Deshalb haben wir GitHub als Projektgedaechtnis eingerichtet. Ohne dieses Repo wuerde zu viel im Chat verschwinden.

Problem 7: Der Mensch entscheidet trotzdem die Richtung

Ein konkretes Beispiel: Die Startseite war kurz zu stark als Verkaufsseite gedacht. Erst im Gespraech wurde klar: Der Kern ist nicht das Angebot, sondern das Labor.

Die KI kann formulieren, umbauen und vorbereiten. Aber sie weiss nicht automatisch, was der eigentliche Kern des Projekts ist. Diese Richtung muss menschlich gesetzt werden.

Zwischenfazit

Die groesste Baustelle ist nicht: Kann ChatGPT Text schreiben?

Die groessere Frage ist: Wie baut man einen Arbeitsprozess, in dem ChatGPT, WordPress, GitHub, Codex und Mensch sauber zusammenspielen?

Aktuell ist die Antwort: Es geht, aber nur mit klaren Grenzen, Zwischenablagen, Issues, Protokollen und manuellen Entscheidungen. Jede neue Automatisierung braucht eine kleine, pruefbare Aufgabe. Erst dann wird aus einem Experiment ein belastbarer Arbeitsprozess.

Die Grundfrage dahinter: Kann man WordPress mit ChatGPT pflegen?

Was daraus als kontrollierter Anwendungsfall entstehen soll, steht im Pilotprojekt für einen WordPress-Assistenten.